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Erinnerungen an die Babyzeit
Wo sind sie nur hin?

Wenn erwachsene Menschen gefragt werden, welches das am längsten zurückliegende Ereignis ist, an das sie sich erinnern können, geraten die meisten ins Stocken. Die Antworten sind dann deutlich unterschiedlich. Einige haben beispielsweise lebhafte Erinnerungen daran, wie sie ihre Schultüte nach der Einschulung ausgepackt haben. Wieder andere erinnern sich an die nette Krankenschwester, die sich nach der Mandel-OP im Alter von fünf Jahren um einen gekümmert hat, und die dritte Person erinnert sich vielleicht daran, wie sie als Vierjährige einmal mit ihrem Plastikauto im Regen gespielt hat und dass das Auto anschließend vor Schmutz nur so troff.

 

Was jedoch relativ sicher ist, ist dass niemand sich an seine ersten Schritte, sein erstes Lachen, das erste selbstständige Mahl mit einer Gabel oder gar die eigene Geburt erinnern kann. Zumindest nicht bewusst. Die Gründe hierfür sind vielfältig, hängen allerdings mit der Beschaffenheit von Erinnerungen per se sowie der Entwicklung des kindlichen Gehirns zusammen. Unabhängig davon, wie viel ein Kind in seinen ersten drei Lebensjahren erlebt, die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas davon dauerhaft in seinem Denkapparat gespeichert wird und anschließend wieder abgerufen werden kann, ist verschwindend gering. Warum das so ist, soll nachfolgend ein wenig unter die Lupe genommen werden, damit Eltern sich nicht länger wundern, weshalb Kinder all die schönen Dinge vergessen, die ihnen in den ersten Lebensjahren doch so viel bedeutet haben. Denn entgegen der allgemeinen Vorstellung ist es nicht nur das Wachstum der Gehirnkapazität, das darüber entscheidet, wie viele Erinnerungen gespeichert werden können. Auch wenn verschiedene Untersuchungen, wie sie beispielsweise im SPIEGEL vorgestellt werden, deutlich machen, dass auch die Entwicklung des Gehirns eine wesentliche Rolle beim wachsenden Erinnerungsvermögen spielt.

 

Sprache als wichtiges Medium

 

Sprache ist nicht nur für uns erwachsene Menschen eines der wichtigsten Kommunikationsmittel überhaupt, sondern auch für Kinder. Auch die Kleinen verständigen sich mit Worten, Lauten oder anderen artikulatorischen Eigenheiten. Sie machen darauf aufmerksam, dass sie hungrig sind, sich langweilen oder sich darüber ärgern, dass ihnen jemand ihr Spielzeug weggenommen hat. Sprache ist allerdings nicht nur Kommunikationsmedium, sondern auch wichtiges Element zur Strukturierung der eigenen Erinnerungen. Das Ganze lässt sich mit einem Beispiel schnell verdeutlichen. Die kleine Anna zerbricht im Alter von zwei Jahren unbeabsichtigt einen Teller. Sie erschrickt fürchterlich und fängt an zu weinen, weil das laute Geräusch sie verstört hat. Diese Erinnerung wird in ihrem Gehirn gespeichert, kann allerdings noch nicht benannt werden. Stattdessen erfolgt das Speichern vielmehr auf der Basis von Emotionen und visuellen sowie akustischen Eindrücken. Die Erinnerung wird dauerhaft im Gehirn abgelegt, kann allerdings nicht mehr abgerufen werden, sobald die Sprache als strukturierendes Element hinzukommt. Unter http://dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/warum-vergessen-wir-unsere-babyzeit wird davon gesprochen, dass beide Arten von Erinnerungen unterschiedlich kodiert werden. Der Wechsel zwischen beiden Formen der Kodierung wird in der Regel nicht vollzogen. Was einmal in Ablage A landet, wird auch für immer dort bleiben.

 

Trotzdem bedeutet dies keineswegs, dass die Erinnerungen, die Anna an den zerbrochenen Teller hat, verloren sind, sobald sie zu sprechen lernt. Vermutlich wird sie sich bei jedem Teller, den sie versehentlich zerbricht, wieder an dieses Erlebnis erinnern. Allerdings auf eine eher unbestimmte Art und Weise, die sich nicht genau greifen oder eben in Worte fassen lässt.

 

Das Bild vom eigenen Ich

 

Kinder bis zu einem gewissen Alter haben grundsätzlich keine oder nur wenig Vorstellungen davon, wer sie sind und wo genau ihr Platz in der Welt ist. Bestimmte Dimensionen, die für Erwachsene alltäglich sind, haben für Kinder keine Bedeutung. Gestern, Heute und Morgen beispielsweise sind nicht viel mehr als verschwommene Konzepte, die erst infolge des Älterwerdens mit Inhalten gefüllt werden. So lange derart wichtige Strukturelemente allerdings fehlen, wird es für das kindliche Gehirn schwer Erinnerungen dauerhaft und geordnet abzuspeichern. Eine Selbsterkenntnis im Sinne von „Ich bin eine bestimmte Person“ muss bei Kindern einsetzen, damit Erinnerungen nicht einfach nur lose Sammlungen von Gefühls- oder Sinneseindrücken bleiben. Im Kopf muss es „Klick“ machen, sodass sie kleine Anna plötzlich erkennt: Der Teller ist mir heruntergefallen und ich habe mich erschrocken, weil ich keine lauten Geräusche mag. Erst wenn es soweit ist, können Erinnerungen sinnhaft im eigenen Hirn abgespeichert werden. Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist der sogenannte Spiegel-Test. Kinder bis zu einem bestimmten Alter können bei der Konfrontation mit ihrem Spiegelbild nicht abstrahieren, dass es sich um sie selbst handelt (siehe hierzu auch http://dasgehirn.info/denken/im-kopf-der-anderen/erkenne-dich-selbst-2013-im-spiegel-942). Erst wenn sie in der Lage dazu sind, sich selbst von anderen zu unterscheiden, können sie ein autobiographisches Gedächtnis ausbilden.

 

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Was bleibt?

 

Im Laufe der Jahre ist unsere kleine Anna groß geworden. Heute ist sie eine erwachsene Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Auch Anna erwartet bald Nachwuchs, sie ist im 8. Monat schwanger. Wenn das Baby auf der Welt ist, möchte sie alles daran setzen, so viele Erinnerungen wie möglich zu konservieren. Sie weiß ja nun, dass ihre eigenen Erinnerungen an ihre Babyzeit bestenfalls als lückenhaft bezeichnet werden können. Aus diesem Grund hat sie sich etwas Besonderes einfallen lassen, damit ihr Kind auch in späteren Jahren noch einen direkten Bezug zu seinen ersten Lebensjahren aufbauen kann.

Zunächst einmal hat Anna beschlossen, dass sie viele Filme drehen und Fotos knipsen möchte. Von der Geburt bis hin zum ersten Schreien und Windelwechseln. Dank Smartphones und Co. ist es heutzutage schließlich ganz einfach die Kamera immer griffbereit zu haben. Besonders hübsche Bilder können dann selbstverständlich weiterverarbeitet werden und beispielsweise einen tollen Wandkalender ergeben, wie er unter http://www.cewe-print.at/kalender/wandkalender.html zu finden ist.

 

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Neben Fotos und Videos sollen aber auch andere Erinnerungen festgehalten werden. Ein Gipsabdruck von den kleinen Babyhänden oder Füßen des Kindes beispielsweise kann mithilfe einer Anleitung wie http://www.helpster.de/gipsabdruck-vom-babyfuss-machen-anleitung_14735 sehr leicht selbst hergestellt werden. Viele weitere Dinge können dabei helfen Erinnerungen lebendig zu halten: Das erste eigene Kuscheltier des Kindes, bestimmte Schätze, die es vielleicht im Garten gesammelt hat, ein Lieblingslied auf CD oder auch eine tolle Mütze, die immer und überall dabei gewesen ist. Das alles lässt sich am besten in einer kleinen Schachtel oder auch in einer größeren Kiste aufbewahren. Am besten gibt es zu jeder Erinnerung ein Bild, sodass visuelle und taktile Aspekte miteinander verknüpft werden können. Für einen Erwachsenen der Zukunft kann eine solche Kiste zu einer wahren Fundgrube an Emotionen werden, die immer wieder Anlass zur Freude sein kann, auch wenn viele der Erinnerungen sich nicht in Worte fassen lassen.

 

Bildquelle:

Shutterstock / Kletr

Shutterstock / Castka

Shutterstock / frica Studio

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